Werkstattbericht · Stand der Entwicklung – Die Bilder zeigen Entwürfe der Oberfläche. Alle Namen, Firmen, Verträge und Zahlen sind frei erfunden.
Vor Kurzem habe ich die Werkstatt für Berater angekündigt: einen Bereich im Vertragsmanagement, in dem Fachleute einer Branche der KI ihre Vertragssprache beibringen – ohne Programmieren. Seitdem haben wir gebaut. Heute zeige ich Ihnen, wie die Werkstatt arbeitet, und sage offen, was davon schon läuft, was gerade entsteht und was noch geplant ist.
- Schon gebaut: KI-Hinweise je Vertragsart mit Fassungen, Freigabe nach dem Vier-Augen-Prinzip – sofort oder zu einem festen Termin –, eine Notbremse, die eigene Rolle „Berater“ und das Einspielen von Hinweisen als Paket.
- Gerade im Bau: Ausprobieren mit einem Vertrag, einer Datei oder einer Textstelle, Korrigieren zu Lehrbeispielen, Vorher und nachher vergleichen und die Gegenprobe vor dem Einreichen. Die Technik dahinter steht in großen Teilen, an der Oberfläche arbeiten wir jetzt.
- Geplant: den Hinweis aus den Lehrbeispielen erzeugen lassen und die Korrekturquote, an der Sie sehen, ob ein Hinweis wirkt.
Mein Beispiel in den Bildern ist ein Bauvertrag mit der Behinderungsanzeige, die eine allgemeine KI gern übersieht. Genauso gut könnte es die Mitwirkungspflicht in einem IT-Vertrag sein, das Wartungsintervall in einem Facility-Vertrag oder die Meldefrist für einen Transportschaden in der Logistik.
1. Ausprobieren · im Bau

Sie wählen eine Vertragsart und geben der KI etwas zu lesen: einen Vertrag, der schon im System liegt, eine hochgeladene Datei (PDF, auch gescannt, oder Word) oder nur eine kopierte Textstelle. Die Werkstatt liest mit demselben Ablauf wie beim Einlesen und zeigt das Ergebnis so, wie Sie es aus der Prüfung kennen: Welche Pflichten, Rechte und Fristen hat die KI erkannt – und welche nicht?
Wichtig für den laufenden Betrieb: Ausprobieren verändert keinen echten Vertrag. Es entstehen keine Pflichten, keine Erinnerungen, kein Eintrag im Verlauf. Die Werkstatt sieht nur Verträge, die Sie ohnehin sehen dürfen.
2. Korrigieren · im Bau

Was nicht stimmt, stellen Sie richtig: „Das ist keine bloße Information, sondern eine Pflicht des Auftragnehmers – unverzüglich und schriftlich.“ Sie können einen Eintrag ändern, als falsch markieren oder eine Stelle ergänzen, die die KI übersehen hat. Jede Korrektur merkt sich die Werkstatt als Lehrbeispiel.
Lehrbeispiele enthalten Vertragstext. Deshalb verlassen sie Ihre Installation nie, verschwinden mit dem Vertrag, aus dem sie stammen, und hochgeladene Dateien und Textstellen werden nach 90 Tagen gelöscht – die Frist lässt sich in der Verwaltung einstellen.
3. Hinweis erzeugen · geplant

Das Ziel: Aus Ihren Lehrbeispielen formuliert die Werkstatt selbst einen Hinweis für die KI, in verständlichem Deutsch. Beispiele darin werden standardmäßig erfunden. Wer bewusst echte Sätze übernehmen will, soll vorher alle erkannten Namen, Beträge und Daten sehen und sie mit einem Klick unkenntlich machen können.
Bis dahin schreiben Sie den Hinweis selbst – ein kurzer Text je Vertragsart genügt, etwa „Fristen in Werktagen immer als Werktage übernehmen“. Enthält er doch eine Textstelle aus einem Kundenvertrag, setzen Sie einen Vermerk; der steht dann beim Einreichen, bei der Freigabe und im Paket dabei. Das ist schon gebaut.
4. Vorher und nachher vergleichen · im Bau

Dieselbe Stelle läuft noch einmal durch, diesmal mit Ihrem Entwurf des Hinweises. Beide Ergebnisse stehen nebeneinander; neu gefundene, weggefallene und geänderte Einträge sind markiert.
Vor dem Einreichen kommt die Gegenprobe: Die Werkstatt liest einige ganze Verträge der Vertragsart mit und ohne den neuen Hinweis. Sie zeigt, ob die Lehrbeispiele jetzt richtig erkannt werden – und was sich sonst verändert hat. So fällt auf, wenn ein Hinweis an anderer Stelle schadet. Das Ergebnis der Gegenprobe wird mit eingereicht.
5. Freigeben – sofort oder zu einem festen Termin · gebaut

Dieser Teil läuft bereits. Ein Hinweis gehört zu genau einer Vertragsart und wirkt erst, wenn eine zweite Person mit Administratorrecht ihn freigibt – nie die Person, die ihn eingereicht hat. Die Freigabe gilt sofort oder zu einem festen Termin, etwa Montag um sechs Uhr; mehrere Hinweise lassen sich gemeinsam freigeben. Schon gelesene Verträge bleiben unverändert.
Jede Fassung bleibt erhalten und lässt sich wiederherstellen – ebenfalls mit Freigabe. Falls doch einmal etwas schiefgeht, gibt es die Notbremse: Ein Administrator schaltet einen wirksamen Hinweis allein und sofort aus. Die eigene Rolle „Berater“ erlaubt, Hinweise zu schreiben und einzureichen, ohne dadurch mehr Verträge zu sehen. Und Hinweise lassen sich als Paket bei einem anderen Kunden einspielen – dort werden sie nie gleich wirksam, sondern liegen zur Freigabe bereit. Die Gegenprobe aus Schritt 4 erscheint bei der Freigabe, sobald die Werkstatt fertig ist.
6. Sehen, ob es wirkt · geplant

Ob ein Hinweis hilft, soll eine einfache Zahl zeigen: Wie oft müssen Menschen die Vorschläge der KI in der Prüfung korrigieren – vor und nach der Freigabe, je Vertragsart. Die Grundlage legen wir schon heute: Zu jeder Verarbeitung merkt sich das Vertragsmanagement, mit welcher Fassung des Hinweises gelesen wurde. Bewährte Hinweise sollen sich dann direkt aus der Werkstatt als Paket herunterladen lassen. Die Zahlen bleiben in Ihrer Installation.
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